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Sonntag, 07 Januar 2018 13:09

Ein Frostgrave-Short II

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Wir haben wieder eine Runde gezockt und hier folgt nun das Geschehen aus der Sicht meiner Schatzjäger. Wie immer ist Feedback erwünscht und ich wünsche viel Spaß beim Lesen.

„Verdammte Scheiße!“, wütend schleuderte Arbar seinen Schild gegen ein Regal. Einige Bücher fielen heraus und landeten auf dem Boden. Bei einem lösten sich die Seiten zu Staub auf. „Woher kamen denn plötzlich die verfluchten Drow?“
„Jetzt hör auf zu jammern und hilf uns. Brandur stirbt!“, krächzte Bondar mit Tränen in den Augen. Der Bogenschütze hielt die blutverschmierte Hand seines Bruders und zitterte vor Erschöpfung. Arbar atmete tief durch, um sich zu beruhigen, und öffnete seine Verbandstasche. Er glaubte nicht daran den Zwergen retten zu können. Ein Pfeil hatte die Lunge ihres Gebirgsläufers durchbohrt und doch machte er sich Bondar zur Liebe daran ihn zu verbinden.
Lorbosch umklammerte seine Axt und schluchzte zusammengekauert in einer Ecke. Der junge Zwerg hatte sich am Abend zuvor in der Taverne verplappert. Lauthals erzählte er von dem alten Mausoleum, welches er ganz in der Nähe ihres letzten Lagers in Felstad entdeckt hatte. Zu spät deutete der Kämpfer die Blicke seiner Kameraden und als er sich umdrehte, blickte er direkt in das Gesicht von einem der Schatzjäger, denen sie am Tag zuvor richtig Feuer unter dem Hintern gemacht hatten. Dass dessen Trupp auftauchen würde, war allen klar gewesen, weshalb sie sich noch in aller Frühe auf den Weg gemacht hatten. Doch als dann noch von links schwarze Bolzen aus den Gassen schwirrten, ging alles den Bach hinunter. Um dem ganzen dann auch noch die Krone aufzusetzen, handelte es sich bei der Anführerin der Dunkelelfen um eine Hexe, welche in der Kunst der Telekinese geschult war. Eine vielversprechende Truhe hatte sich direkt vor den Augen Neidharts aus dem Schnee erhoben und davon geschwebt. Völlig verdattert hatte der Mensch dagestanden und bewegte sich erst, als ein Bolzen kurz vor seinen Füßen einschlug. Zum Glück hatte der Magier vorher irgendwas mit seinen Schuhen gemacht. So schnell hatte keiner der Zwerge jemals jemanden laufen sehen.

Auf dem Rückzug hatten sie dann schwere Verluste hinnehmen müssen. Sogar Taldir und sein Lehrling hatten waren nur mit knapper Müh‘ und Not entkommen. Ein Pfeilhagel der Menschen hatte sie schwer erwischt.

Das Einzige, was die Strapazen etwas linderte, war, dass Lorbosch und Bondar einen Schatz aus den Ruinen hatten retten können. Bondar hatte seinen wie ein Besessener in den Schutz eines Turmes gezogen, als er plötzlich merkte, dass er nicht mehr die Stimme seines Bruders hörte. Panisch hatte er sich umgedreht nur um Brandur mit einem Pfeil in der Brust zu Boden gehen zu sehen. Der Bogenschütze hatte alles fallen gelassen und stürmte zu seinem Bruder, um ihn in Sicherheit zu zerren.

Ein schmerzerfülltes Husten durchschnitt die erschöpfte Stille. Blut floss aus Brandurs Mund. Langsam hob er seinen rechten Arm und deutete Richtung Eingang der zerfallenen Bibliothek, in welche sie sich zurückgezogen hatten. Lorbosch sprang auf und machte sich bereit der hochgewachsenen Gestalt, welche im Türrahmen stand gegenüberzutreten. Korz legte seine Armbrust an, welche er aus Vorsicht noch nicht entspannt hatte.

„Haltet ein!“, schwerfällig erhob sich Taldir aus dem gefrorenen Sessel, auf welchem der Elfenmagier erschöpft zusammengesackt war. „Das ist mein Bruder.“ „Guter Witz“, knurrte Korz, „Er ist zweimal so breit wie du und seit wann führen Elfen Äxte als Waffe.“ Unerschrocken trat die Gestalt ein. Nicht mehr vom Gegenlicht geblendet erkannten die Zwerge jetzt einen weiteren Elfen, welcher aber unterschiedlicher als der Magier uns sein Lehrling nicht hätte sein können. Breit gebaut und mit einer großen zweihändigen Axt bewaffnet, fiel das Fell eines großen Raubtieres als Umhang von den Schultern des Elfen. Ein hoher Helm, welcher schon bessere Tage gesehen hatte, saß auf seinem Kopf. „Cardar, wir haben einen sterbenden Gefährten. Versorge ihn bitte“, ächzte Taldir. Stumm bewegte sich der wilde Elf auf Brandur, Arbar und Bondar zu. Bondar wollte ihm den Weg versperren, wurde jedoch sanft aber bestimmt zur Seite geschoben. Während Cadar den Helm abnahm, schaute er abschätzend auf die Wunde des Gebirgsläufers. Dann griff er mit einer Hand in einen Beutel an seinem Gürtel, holte einige Kräuter hervor, steckte diese in den Mund und fing an zu kauen. Kurz danach spuckte er auf die Wunde und fing an sie zu verbinden. Bondar holte mit der Faust aus, doch ein strenger Blick Arbars hielt davon ab zu zuschlagen. „Jetzt warten“, sagte der Wilde kurz und stand auf. Einige Schritte entfernt legte er seinen Fellumhang auf den Boden und rollte sich wie ein Wolf darauf zusammen.

Gelesen 1114 mal Letzte Änderung am Sonntag, 07 Januar 2018 13:23
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