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Mittwoch, 30 August 2017 13:17

Rittergut Anderath

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Stadtplan Anderath Stadtplan Anderath

Hier wird das gewonnene Zuhause von der Knappin der Göttin  Fregrein von Bregelsaum Bimsböckel zu Anderath ehem. Sensenhöh beschrieben. Nach großen Verdiensten für das Mittelreich bekam sie das Lehen als Belohnung. Im Folgenden findet sich eine Beschreibung der Örtlichkeiten und der Personen. Die Beschreibungen beziehen sich auf das Jahr 1009 BF, die Jahre werden vermutlich einige Veränderungen mit sich bringen. Jedoch lässt sich sicherlich das meiste auch einfach so in die Gegenwart übernehmen.

 

 

Stadtplan Anderath

Fredegrein ließ die Zügel locker und hing ihren Gedanken nach. Sie war auf dem Heimweg. Sie musste eingestehen, dass sich das immer noch ungewohnt anfühlte, dennoch freute sie sich auf ihr eigenes Gut, ihre eigenen Mauern. Das Bornland war schön, die Menschen hatte sie als freundlich kennengelernt, zumindest die Menschen in Walserwacht. Eine Zeitlang fühlte sie sich dort wie zu Hause, doch es war recht schnell klar geworden, dass sie dort nicht für immer bleiben konnte und wollte. Mit Alexander gab es ein festes Band der Freundschaft und sie freute sich für ihn und seine frischangetraute Frau. Die Feierlichkeiten anlässlich des Ehebundes waren, wie erwartet, nicht übertrieben aber durchaus edel und angemessen gewesen. Sie hatte dann den Winter in Neersand verbracht und sich bei den ersten Frühlingsanzeichen auf den Weg nach Weiden begeben.
Nun richtete Fredegrein ihren Blick nach vorne und dort lag das beschauliche Örtchen Anderath. Mit einem Donnergrollen kündigte sich der Streitwagen an und einige Schaulustige säumten winkend den Weg, während sie die Zollbrücke nach Leinhaus links liegen ließ und auf den Marktplatz zusteuerte. Am Rondratempel hielt sie an, grüßte flüchtig die Ehrengardisten und hielt am Altar kurze Zwiesprache mit ihrer Göttin.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Gutshof

Zu ihrem Rittergut war es nicht mehr weit. Nach Osten aus der Stadt am Anderbach entlang führte der Weg, vorbei an den Schenken und Gasthäusern, deren Besitzer in ständiger Fehde miteinander zu leben schienen. Auf der anderen Uferseite glänzte der Praiostempel in seiner beschaulichen Pracht. Der Baron von Anderath hatte drei Tempel in seiner Stadt bauen lassen. Der Perainetempel umringt von alten Obstbäumen lag Fredegreins Anwesen direkt gegenüber. Sie waren Nachbarn. Ein Lächeln umspielte ihre Lippen und ein Hauch von Vorfreude lag in ihrem Herzen. Die Wiesen und Felder auf die man in der Weite des Ostens blicken konnte, gehörten zu ihrem Besitz und sie konnte auch ihre kleine Herde Vieh sehen, die von der Kuhmagd Alrike umsorgt, friedlich grasend auf der Weide standen. Alrike war ein verträumtes Mädchen, weder ordentlich noch strebsam. Dennoch schien sie mit ihrer Aufgabe sehr zufrieden. Jeden Morgen und Abend brachte sie die frisch gemolkene Milch in die Küche und umsorgte liebevoll die vier Widerkäuer. Olein, der Knecht, ist heimlich verliebt in Alrike. Jeder wusste es, nur Alrike merkte davon nichts. Olein selbst ist zu schüchtern, um sie endgültig für sich zu gewinnen, denn ganz abgeneigt wäre sie nicht.
Das große doppelflüglige Tor in der drei Schritt hohen, das ganze Anwesen umschließenden Mauer stand offen. Eine Allee junger Birken säumte den Weg vom Tor zum Haupthaus. Die Birken hatte Fredegrein gleich nach ihrem ersten Eintreffen anschaffen und anpflanzen lassen. Das Anwesen hatte so düster gewirkt, da die hohen Mauern doch irgendwie bedrückend wirkten ebenso wie die Häuser, die im Erdgeschoss aus Stein, in den oberen Stockwerken aus dunkelgestrichenem Holz erbaut waren. In der Frühlingssonne schlugen die Bäume aus und machten die gepflegte Einfahrt zu einem angenehmen Kontrast zu den Bauwerken. Zwischen Baumreihen und Mauer war ausreichend Raum für den Nutzgarten, in dem die beiden Knechte Bäromar und Olein gerade werkelten. Bäromar war ein junger Bursche, der von seinem elterlichen Hof geflohen war. Er genügte den Anforderungen nicht, ganz im Gegenteil zu seinem Namen und damit verbundenen Erwartungen hatte er ein sehr schlacksiges Aussehen mit schmalen Schultern. Seine Stärke lag nicht in seinen Muskeln sondern in seiner Intuition und der Verbundenheit mit der Natur. Er hatte ein gutes Händchen für die Pflanzne und fand immer den besten Zeitpunkt für Aussaat, Ernte und Pflege. Gleichzeitg wurde er täglich für eine Stunde beurlaubt, um im Perainetempel etwas über die Heilwirkung der Pflanzen zu lernen. Olein, der andere Knecht, war das genaue Gegenteil, sein Verstand war träge, seine Muskeln dafür umso stärker. Er war ein gutmütiger Kerl und verstand sich mit allen gut, er konnte keiner Fliege etwas zu leide tun.
Der Stallknecht öffnete bereits die Scheune als Fredegrein den Streitwagen zum Haupthaus lenkte. Das Nebengebäude war zur Hälfte Stall und zur anderen Hälfte Gesindehaus. Im Scheunenteil gab es Platz für zwei Kuschen und die entsprechenden Pferdeboxen. Daneben fanden ein Dutzend Hühner und die Kühe Platz. Unter dem Dach war ein Heuboden untergebracht. Nach Hinten raus gab es einen umzäunten Auslauf für die Pferde und freie Fläche, die häufig zum Wäschetrocknen genutzt wurde. Tannfried, der Stallknecht, grüßte rondrianisch und Fredegrein erwiderte den Gruß. Sie hatte ihn aus Rhodenstein mit zum Gut gebracht. Nach Gewinn des Donnersturms war ihr klar geworden, dass die Tiere eine gute Pflege brauchten und während ihres Besuches im Haupttempel zu Rhodenstein hatte sie den Mann kennen- und schätzen gelernt. Es bedurfte keiner großen Überredungskunst, um ihn für das Gut zu gewinnen. Seither ist er der Herr über den Stall und sorgt sich um die Pferde.
Das Haupthaus war in der Höhe etwas versetzt zum Nebengebäude errichtet. Aus dem Haupteingang kamen drei Kinder die Treppen herunter gelaufen und scharten sich um den Wagen. Es waren die Kinder des Gutsverwalters Kunrad Mooskoppen. Die Brüder Etzel und Perdan waren noch nicht im Pagenalter und die kleine Gelda war erst vor drei Jahren geboren worden. Fredegrein hatte mit der Anstellung des Verwalters einen wahren Phexensgriff getan. Zusammen mit seiner Frau Immengard führte er Haus, Hof und Gut, also alle Alltagsgeschäfte ganz in Fredegreins Sinne und zum Wohle aller.
Gegenüber des Haupthauses lag ein Turm. Im Erdgeschoss des Turmes hatte Fredegrein einen Rondraschrein eingerichtet oder einrichten lassen.


Erdgeschoss

Fredegrein hatte nichts gegen die Anwesenheit der Kinder, sie brachten viel Fröhlichkeit und Lebenskraft in die Burg. Gleichzeitig war sie aber nicht die herzliche Amme sondern die Burgherrin. Sie begrüßte die Kinder nur knapp übergab die Zügel des Donnersturms an Tannfried und erklomm dann die Stufen zum Eingang. Die großen Flügeltüren standen offen und der Hausdiener Luitpoldt war bereits herbeigeeilt und begrüßte Fredegrein mit einer tiefen Verbeugung und den Worten: "Willkommen daheim, Euer Gnaden! Ich hoffe Ihr hattet eine gute Reise." Luitpoldt Weyhenblake war schon in dritter Generation Hausdiener und legte immer großen Wert auf Etikette. Er ging in seiner Aufgabe auf und es bedurfte selten vieler Worte, denn er spürte intuitiv meist was gewünscht oder angebracht war. Nach der Begrüßung eilte er hinaus zum Streitwagen und nahm das Gepäck, um es in die persönlichen Räume von Fredegrein zu bringen. Tannfried brachte die Pferde zum Stall (15), in dem jedes Tier eine eigene Box mit Zugang zum Auslauf hatte (13a-d), dort standen noch zwei weitere Pferde (das Amazonenross (e) und ein Kutschpferd (f). Gegenüber den Pferdeboxen war der Bereich für die Kühe (12) und ein kleiner Hühnerverschlag (14) ebenfalls mit Zugang nach Außen. Der Donnersturmwagen konnte hier bequem neben die kleine Kutsche gestellt werden.
Fredegrein betrat die großzügige Eingangshalle (1). Die große geschwungene Treppe führte ins erste Stockwerk und es schloss sich eine kleine Galerie an. Unter dieser führte ein Gang geradeaus mit einer Treppe hinab zum Gesindehaus, links von diesem Gang gab es einen Abort (7), einen Lagerraum (6) und die Treppe in den Keller. Wie bereits erwähnt war die Stallung mit dem Gesindehaus verbunden und es gab nur diese Verbindung zum Haupthaus. Jeder Bedienstete hatte hier seine eigenen Räumlichkeiten: der Koch Perainfried Isenhöfer (8), der Hausdiener Luitpoldt Weyhenblake (9) und der Handwerker Rainald Ochsenkötter (10) bewohnten großzügige Zimmer, ihnen gegenüber lag der Wohnbereich der Familie Mooskoppen (11), dieser beinhaltete eine gute Stube (a), das Schlafzimmer (b), Geldas Zimmer (c) und das Zimmer von Etzel und Perdan (d). Am Ende des Ganges gab es einen Aufgang zu weiteren Zimmern und einen Abstieg zum Kellerbereich.
Fredegrein nahm den Gang nach rechts. Dort ging rechterhand auch bereits eine Tür auf, Kunrad Mooskoppen, der Verwalter des Gutes, war sichtlich nervös und entschuldigte wortreich sein spätes Erscheinen. Es gab wohl wichtige Neuigkeiten, so dass Fredegrein ihm ins Arbeitszimmer (2) folgte. Neben den üblichen Geschäften gab es eine besondere Anfrage. Ein Brief von einem Landadeligen war durch einen Boten überbracht worden. Es gab die Bitte den jungen Wolfhelm Geisenbrecht von Weißenstein als Knappen anzunehmen. Nun war dies seit dem Gewinn des Donnersturms nicht die erste Anfrage, aber Baron von Weißenstein hatte sich gut über Fredegrein informiert und die richtigen Worte getroffen. Sie ließ Herrn Mooskoppen einen Antwortbrief verfassen, in dem sie ankündigen ließ den Baron von Weißenstein zu besuchen und sich den Jungen einmal genauer anzuschauen. Nach ein paar weiteren Unterschriften überließ sie Herrn Mooskoppen wieder seiner Arbeit und wanderte in den gegenüberliegenden Saal (4). Was vorherigen Besitzern als Festsaal diente, hatte Fredergrein zur Fechthalle umfunktioniert. Sie öffnete die großen Türen zur Terasse und übte sich einige Minuten im stillen Schattenkampf. Luitpoldt erschien in der Tür und kündigte an, dass das Abendessen bereit sei und so hängte Fredegrein ihr Schwert an den Waffenständer und entschied nicht im großen Speisesaal (5), sondern im Salon (3) das Abendessen zu sich zu nehmen.
Dann ließ sie den Handwerker Rainald Ochsenkötter kommen, um sich mit ihm über den Fortschritt der Aus- und Umbaumaßnahmen zu unterhalten und weitere Pläne zu schmieden. Sie hatte sich den Luxus eines eigenen Handwerkers oder besser Bauleiters gegönnt, da das Anwesen doch sehr viele Reparaturen und Baumaßnahmen nötig hatte. Der Mann war ein alter Zimmerergeselle, der es zwar nie zum Meister gebracht hatte, aber dennoch den nötigen Sachverstand besaß und frei für eine Anstellung war.

 


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Gelesen 1097 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 27 September 2017 16:35

Das Neueste von Martina Witzke

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